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Publix Newsletter vom 25.06.2026

Publix ist ein Haus für Journalismus und Öffentlichkeit.

Maria Bullauge-1

Liebe Leser:innen,

 

man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist. Diesen Satz schickte mir diese Woche Thomas Schnedler von Netzwerk Recherche auf meine Frage, was genau mit einer möglichen Digitalabgabe von Big Tech finanziert werden sollte. Da hat er natürlich recht. Trotzdem erscheint es mir wichtig, deutlich zu machen, welche Finanzierungsbedarfe in Deutschland bestehen, um die Medienvielfalt zu erhalten.

Im Mai hatte Wolfram Weimer angekündigt, die Bundesregierung wolle noch vor der Sommerpause über eine zweckgebundene Abgabe auf die in Deutschland erwirtschafteten Werbeumsätze globaler digitaler Plattformunternehmen entscheiden. Bereits im September 2025 hatte der Bundesrat einen entsprechenden Beschluss verabschiedet und die Bundesregierung aufgefordert, "den Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Medienvielfalt" vorzulegen. Und wenn das kommt, muss ja auch klar sein, wofür die Abgabe genau ausgegeben wird.

 

In unserem Publix-Whitepaper "Wege aus der Medienkrise" (hier als PDF) haben wir unsere Position zu einer gemeinwohlorientierten Medienförderung ausführlich beschrieben. Thomas Schnedler von Netzwerk Recherche unterstreicht jetzt, dass mögliche Medienförderungen zwingend staatsfern verteilt werden müssten, um die journalistische Unabhängigkeit nicht zu gefährden. Und "zweitens sollten sie helfen, Ressourcen für Recherchen zu schaffen". Ich habe auch bei der NGO Lie Detectors nachgefragt, die sich mit Programmen zur Förderung der Medienkompetenz an Schüler:innen wendet. Ihre Antwort: "Der Bund sollte die Einnahmen der Digitalabgabe in einen unabhängigen Fonds für Nachrichtenkompetenz stecken und als Qualitätswächter ein nationales Register für geprüfte Anbieter führen. Denn echte Medienkompetenz-Bildung muss auch über Algorithmen und Profitlogik aufklären. Das geht nur mit staatsferner, öffentlicher Finanzierung, nicht mit dem Geld der Konzerne."

 

Um unsere Demokratie wirksam vor Desinformation und Destabilisierung zu schützen, brauchen wir also beides: vielfältige journalistische Medienangebote und Bürger:innen, die glaubwürdige von unglaubwürdigen Inhalten unterscheiden können, auch wenn's im Netz unübersichtlich ist. Am 10. Juli endet die letzte Sitzungswoche vor der parlamentarischen Sommerpause. Sie haben also noch drei Wochen Zeit, Ihr Wort zu halten, lieber Wolfram Weimer!

 

Wir bei Publix investieren bereits täglich in Zukunftskompetenzen für eine resiliente Öffentlichkeit. Wie genau wir das als junge gemeinnützige Organisation in unserem ersten Jahr seit der Eröffnung verwirklicht haben, steht in unserem ersten Wirkungsbericht! Wir haben ihn in diesem Newsletter verlinkt, und ich freue mich, wenn Sie ihn weiterverbreiten.

 

Und kommen Sie heute Abend unbedingt zu unserem Publix Thursday mit Ann-Katrin Müller. Im Juli setzen wir die Gesprächsreihe fort mit Ronen Steinke und nach der Sommerpause mit Anna-Lena von Hodenberg und Alexandra Geese. Ich freue mich darauf, Sie dort zu sehen!

 

Einen entspannten Sommer wünscht Ihnen

Ihre Maria Exner

Publix ist eine Initiative der Schöpflin Stiftung mit Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz und der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS.

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Der erste PUBLIX-Wirkungsbericht ist da!

Eine Standortbestimmung: Wie wirkt Publix? Was verbindet unsere Residents? Welcher rote Faden zieht sich durch unsere Aktivitäten?

Kostenloses PDF

Publix-Gastbeitrag

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Der KI-Hype ist kein Nischenthema

Brauchen wir noch Bibliotheken? Künstliche Intelligenz stellt nicht nur Orte der Wissensvermittlung infrage, sondern auch die Zukunft demokratischer Teilhabe. Doch es regt sich Widerstand.

 

Ein Gastbeitrag von Julia Kloiber

1,5 Millionen Bücher umgeben mich. Wissen aus allen denkbaren Disziplinen, Geschichten aus der ganzen Welt. Ich sitze in der OBA in Amsterdam, einer der größten öffentlichen Bibliotheken Europas, einem beeindruckenden Haus, das für den freien Zugang zu Wissen gebaut wurde. Braucht es solche Orte noch, wenn doch sowieso alles online verfügbar ist? Geht es nach den großen KI-Unternehmen, werden wir das Wissen der Welt schon bald nicht mehr in Bibliotheken suchen, sondern über Chat-Interfaces abrufen.

Aber man muss ja nicht alles glauben, was so erzählt wird. Um mit Gerüchten über Künstliche Intelligenz aufzuräumen, habe ich mit meiner Organisation SUPERRR im Januar eine Veranstaltungsreihe gestartet. "KI: Macht, Mythen, Missverständnisse" hat schon mehr als 500 Menschen zum Gespräch über digitale Machtstrukturen und eine lebenswerte Zukunft zusammengeführt. Schüler und Rentnerinnen, Lehrer und Unternehmerinnen, Skeptiker und Enthusiastinnen. Wir sind in Bibliotheken gegangen, um Leute allen Alters und Vorwissens zu erreichen. Und man hatte uns gewarnt: Ein kritischer KI-Diskurs sei zu komplex für Menschen, die sich nicht ohnehin mit Tech-Policy beschäftigen. Aber das Fachpublikum, die Entscheider:innen, auf die sich unsere Beratungsprogramme bisher gerichtet hatten, wirkte längst ernüchtert. Jahrelang wird über neue europäische Regularien verhandelt, die dann abgeschwächt, verzögert und den wirtschaftspolitischen Drohungen der USA geopfert werden. Inzwischen bin ich davon überzeugt: Wenn der politische Prozess so fragil und anfällig für Lobbyismus und Machtspiele ist (...)

Hier den Gastbeitrag weiterlesen

Julia Kloiber ist Digitalisierungsexpertin und Gründerin des SUPERRR Lab, einer feministischen Organisation im PUBLIX in Berlin. Sie berät den öffentlichen Sektor und gemeinnützige Organisationen zu digitalen Strategien.

Publix Thursdays

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Berichten über Rechtsaußen: Wie covert man die AfD, im Osten und ganz Deutschland?

 

Im Herbst stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern an. Dort stellen sich Fragen, die Deutschland insgesamt herausfordern: Was macht die AfD so populär? Warum dringen die demokratischen Parteien nicht mehr durch? Welche Mitverantwortung tragen die Medien an der Debattenverschiebung und dem politischen Erfolg der AfD?

 

Darüber spricht Publix-Intendantin Maria Exner mit Ann-Katrin Müller, Politikredakteurin im Spiegel-Hauptstadtbüro und eine der profiliertesten AfD-Kenner:innen Deutschlands. Gemeinsam finden sie Antworten darauf, wie man über eine Partei berichten kann, die Journalist:innen instrumentalisiert und zum Feindbild erklärt – und bald erstmals einen Ministerpräsidenten stellen könnte.

 

Donnerstag, 25. Juni, 18.30 Uhr

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Wo endet Meinungsfreiheit? Ein Gespräch mit dem Juristen und Politikjournalisten Ronen Steinke 

 

Ist es strafbar, Friedrich Merz "Pinocchio" zu nennen? Vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin stellt sich diese Frage mit neuer Dringlichkeit: Wie viel Zuspitzung hält eine demokratische Öffentlichkeit aus? Wo muss der Staat einschreiten? Und wer legt diese Grenze fest?

 

Ronen Steinke, Jurist und leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung, warnt in seinem Buch Meinungsfreiheit vor den zunehmend unklaren Grenzen des Sagbaren. Beim Publix Thursday spricht er mit Maria Exner über Machtkritik, sprachliche Tabus und die Verantwortung von Justiz, Politik und Journalismus.

 

Donnerstag, 2. Juli, 18.30 Uhr

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Europa gegen Big Tech: Was jetzt auf dem Spiel steht Mit Anna-Lena von Hodenberg und Alexandra Geese

 

Mit dem Digital Services Act wollte Europa die Macht der Tech-Plattformen regulieren. Zwei Jahre nach Inkrafttreten prägen Hassrede, Desinformation, politische Propaganda und jugendgefährdende Inhalte weiterhin die großen Social-Media-Angebote. Zugleich erhöhen Tech-Konzerne und die US-Regierung den Druck auf europäische Entscheidungsträger:innen. Kann es demokratische Leitplanken für Big Tech geben?

Auf der Publix-Bühne treffen sich zwei der profiliertesten Stimmen für Demokratie, digitale Rechte und Plattformregulierung im deutschsprachigen Raum. Anna-Lena von Hodenberg, Geschäftsführerin von HateAid, und Alexandra Geese (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied des Europäischen Parlaments, diskutieren mit der Publix-Intendantin Maria Exner. 

 

Dienstag, 22. September, 18.30 Uhr

Hier Tickets

Open Studios

Lernen Sie die Video- und Tonstudios bei Publix kennen

 

... und kommen Sie mit unserem Studio-Team ins Gespräch über Ihre Podcast-Vorhaben.

Am 30. Juni öffnen wir die Türen und laden alle Interessierten von 10 bis 17 Uhr ein, sich die Aufnahme- und Produktionsräume im Haus anzusehen.

Infos und Anmeldung

Gastveranstaltung

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Lasst Seegraswiesen blühen – der "Good Talk" zum neuen "Good Impact" Sonderheft

Seegraswiesen speichern bis 50 Mal mehr Kohlenstoff als Wälder. Die UN zählt sie zu den "Geheimwaffen" im Kampf gegen den Klimawandel. Und doch wurden in den letzten 100 Jahren 30 Prozent der Wiesen zerstört. Zum Erscheinen des neuen Good Impact Sonderhefts lädt das Team dazu ein, mit Expert:innen, Musik, Getränken und Snacks, dieses faszinierende Ökosystem zu erkunden.

 

Donnerstag, 9. Juli, 18.30 Uhr

Zur Anmeldung

Nachgefragt bei … codetekt

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In jeder Ausgabe sprechen wir mit Publix-Resident über ihre Arbeit und aktuelle medienpolitische Themen. Diesmal: Daniel Weimert, Co-Geschäftsführer von codetekt.

 

Was ist bei Euch gerade los? 

Wir kämpfen gegen Desinformation und stärken Nachrichtenkompetenz in Deutschland, und das auf zwei Wegen: Wir sind aktiv in der politischen Bildung, geben Workshops für Jugendliche an Schulen, für Erwachsene in Unternehmen, für Multiplikator:innen, die das Wissen weitergeben. Und wir sind die erste Community gegen Desinformation deutschlandweit, in der sich Menschen engagieren und beteiligen können. 

 

Was unterscheidet Euch von anderen in diesem Feld? 

Unser "Trust Checking"-Ansatz. Es geht nicht um die Wahrheitssuche – der Begriff ist in Debatten oft aufgeladen und zeichnet ein schwarz-weißes Bild. Wer keine Fachexpertise hat, kann kaum beurteilen, ob etwas wahr oder falsch ist. Wir setzen auf den Begriff "Trust", also Vertrauen: Menschen sollen im Moment, wo sie mit einer Information konfrontiert werden, deren Vertrauenswürdigkeit selbst einschätzen können, anhand bewährter Qualitätskriterien. Unabhängig von Fact-Checking-Organisationen, deren Urteil oft zu spät kommt und die betroffene Person längst nicht mehr erreicht. 

 

Woran arbeitet Ihr gerade? 

Wir bauen unsere Trust-Checking-Plattform aus. Dort kommen unsere Freiwilligen zusammen, um im Kollektiv Informationen zu prüfen, ein bisschen im "Crowdsourcing Wikipedia Style". Im Sommer vor den Landtagswahlen ist das besonders relevant, weil Falschinformationen jetzt stark verbreitet sind. Dafür haben wir eine Kampagne: "Flood the Zone with Trust". Gemeinsam mit Freiwilligen prüfen wir verstärkt Nachrichten und klären über Manipulationstechniken auf. 

 

Was sollte man gerade unbedingt lesen?  

Trust. Die sieben Regeln des Vertrauens von Jimmy Wales, dem Mitgründer der Wikipedia. Wie bauen wir wieder Vertrauen auf? Wie überwinden wir Polarisierung? Das sind auch unsere Fragen. 

Zum vollständigen Interview

Weiterschauen mit Publix

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"Die Wahrheit über Social Media" im ZDF


Wie gefährlich sind soziale Medien, wie giftig sind ihre Algorithmen? In ihrer neuen ZDF-Doku reisen die Publix-Residents von Tell Me Why bis in die USA, um zu verstehen, wie die Plattformen Kinder, Jugendliche und die gesamte Gesellschaft beeinflussen. Der Reporter Jochen Breyer spricht mit Schüler:innen, dem Chef des Bundeskriminalamts, US-Kongressabgeordneten, MAGA-Influencer:innen und Familien, die gegen den Meta-Konzern vor Gericht ziehen. Anke Engelke führt durch die Doku als personifierter Algorithmus.

Zur ZDF-Mediathek

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KI ist nie nur Technik: Vier Erkenntnisse über guten Tech-Journalismus

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Nach welchen Maßstäben sollte Künstliche Intelligenz entwickelt und eingesetzt werden? Mit dieser Frage starteten fünf Fellows im April in die erste Runde des Publix Tech-Journalismus-Fellowships. Zwei Wochen lang reisten sie durch Berlin, Köln, Brüssel und Paris und sprachen mit Wissenschaftler:innen, Journalist:innen, Lobbyexpert:innen, Unternehmensvertreter:innen, Verwaltungsmitarbeitenden und Vertretern der Zivilgesellschaft. 


Dabei schälten sich vier Bereiche heraus, die für einen Technikjournalismus, der die KI-Revolution kritisch begleiten will, unerlässlich sind.

 

Hier weiterlesen

Hallo Neukölln!

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Wir wollen unsere Nachbar:innen kennenlernen und treffen Mürcel in seinem Friseursalon. Seit 1998 schneidet er Haare an der Hermannstraße und wohnt mit seiner Familie in Neukölln.  

 

Was beschäftigt Dich gerade?  

Ich bin seit über 25 Jahren hier mit meinem Salon. Ich bin nach wie vor gern hier, aber die Hermannstraße hat sich komplett verändert, vor allem in den letzten Jahren. Ich mag, dass es immer noch sehr multi-kulti ist, mehr jüngere Leute, viel mehr Südamerikaner:innen. Seit Corona und seitdem das Drogenkonsummobil da ist, halten sich sehr viel mehr Suchtkranke hier auf, die bei uns regelmäßig nach Geld fragen. Das macht mich schon traurig manchmal. Seit vier Jahren sind die Autoparkplätze weg. Wo jetzt die Fahrradstraße ist, waren vorher Parkplätze. Das hat sich auf meine Kundschaft ausgewirkt, es sind weniger Leute seitdem. Aber ich bin noch da und habe auch vor zu bleiben. 

 

Wie informierst Du Dich über Neukölln und die Welt?  

Ich rede jeden Tag mit meiner Kundschaft. 80 Prozent sind Stammgäste, mit ganz unterschiedlichen Berufen, in der IT oder in Schulen. Über die türkische Community hier in Neukölln bekomme ich außerdem vieles direkt mit. Wir sind gut vernetzt und tauschen uns darüber aus, was im Kiez passiert. Zeitung lese ich nicht. Ich bin auf Facebook und Instagram und schaue manchmal Tagesschau. Nach der Arbeit möchte ich aber eigentlich meinen Kopf abschalten. Dann schaue ich oft Dokus über ganz andere Welten, zum Beispiel von Terra X über Archäologie und UFOs.   

 

Was ist Dein Lieblingsort in Neukölln?  

Nach Feierabend gehe ich am liebsten auf dem Tempelhofer Feld spazieren, manchmal einmal ganz rum, und schaue einfach in die Weite. Das Feld ist für mich ein Ausgleich nach einem langen Tag im Salon. Mit meiner Familie gehe ich gern Minigolf spielen am Hertzbergplatz. Manchmal gehe ich auch einen Kaffee oder Tee trinken an der Sonnenallee. 

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