haben Sie schon einmal versucht, einen Pudding an die Wand zu nageln? Ich schon – dank kompetenter Unterstützer:innen sogar mit Erfolg. Das Ergebnis lesen Sie in diesem Newsletter.
Der Medienwissenschaftler Stephan Ruß-Mohl sagte einmal, Journalismus definieren zu wollen, gleiche dem Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln: zu weich die Kriterien, zu vielfältig die Darstellungsformen.
Wenn die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) die taz nicht vom pseudo-journalistischen Meinungsportal Nius unterscheiden kann – wo weder die Argumente der jeweiligen Gegenseite dargestellt, noch Fehler korrigiert werden –, dann herrscht ganz offenbar ein Klärungsbedarf, was Journalismus ist.
Darum geht es im neuen Publix-Whitepaper "Wege aus der Medienkrise – Gemeinwohlorientierter Journalismus als Zukunftsmodell". Mehr dazu weiter unten. Und in unserer monatlichen Veranstaltungsreihe "Sind wir noch zu retten?" loten wir mit unseren Gästen aus, wie konstruktiver Wandel aussehen kann.
Der Mediensektor als Pfeiler der Demokratie ist brüchig geworden. Um ihn reparieren zu können, braucht es eine klare Definition seiner Aufgaben. Das erste Publix-Whitepaper legt sie vor.
Von Maria Exner, Publix-Intendantin
Wenn eine Ärztin einem Patienten helfen möchte, muss sie drei Dinge wissen. Zwei davon sind naheliegend: Sie muss eine Diagnose stellen können und aussichtsreiche Behandlungsmethoden kennen. Der dritte Punkt wird leicht übersehen: Sie muss auch wissen, wann ein Mensch eigentlich gesund ist. Welche Werte sind normal, wie bewegt sich ein gesunder Mensch, wie sieht er aus? Wenn die Definition von "gesund" fehlt oder falsch formuliert ist, sind weder richtige Befunde noch eine wirksame Therapie möglich.
Nun ist im Zusammenhang mit der Entwicklung des Informations- und Mediensektors richtigerweise nicht von Krankheit die Rede (außer wenn Populisten versuchen, der Gesellschaft irgendeinen "Krebs" zu diagnostizieren), sondern von Krise. Das vereinfachende Bild kann trotzdem helfen zu erklären, warum ich in den vergangenen Monaten gemeinsam mit dem Wiener Politikwissenschaftler und Medienforscher Andy Kaltenbrunner das Whitepaper "Wege aus der Medienkrise – Gemeinwohlorientierter Journalismus als Zukunftsmodell" erarbeitet habe, in dem wir einen kompakten Vorschlag zur Definition des Begriffs machen.
Denn auf welches Ziel arbeitet Publix als neues Haus für Journalismus und Öffentlichkeit eigentlich genau hin? Welche Verbesserungen wollen wir gemeinsam erreichen, mit all den Akteur:innen in Universitäten, Stiftungen, ThinkTanks und NGOs, in der Politik, der Medienbranche selbst und mit Privatpersonen? Mit allen, die sich sorgen wegen gezielter Manipulation der öffentlichen Meinung, wegen des Verlusts gesellschaftlicher Teilhabe, weil die Lokalzeitung oder zumindest lokale Inhalte fehlen, wegen des Rechtsrucks, weil Probleme medial nicht mehr abgebildet werden, um sie zu lösen, sondern um Demokratie zu diskreditieren?
Das Ziel war nicht nur mir als Intendantin zu unscharf. So entstand das Whitepaper "Wege aus der Medienkrise" im engen Austausch mit acht Stiftungen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland, die mit eigenen Förderungen und als Partnerinnen des Media Forward Funds bereits einen wirksamen Beitrag zum Erhalt von Medienvielfalt und der wichtigen Vermittlungs- und Aufklärungsarbeit von Journalismus leisten.
In Expert:innen-Interviews und vor dem Hintergrund des aktuellen Stands der Medienforschung wurde deutlich: Journalismus als demokratische Kraft muss als vielstimmiger Chor verstanden werden. Jedes Mitglied darin agiert unabhängig und aus eigenem Antrieb und hält sich zugleich an einen gemeinsamen verbindlichen Verhaltenskodex. (Wiederum gar nicht so unähnlich den Ärzten, denen der Hippokratische Eid als Leitlinie dient.)
Das Whitepaper argumentiert: Wenn eine Vielzahl gemeinwohlorientierter Medienhäuser den Informationsraum und die Debatten einer Gesellschaft prägt, ist die aktuelle Krise überwunden. Den Weg dahin können wir von hier an gemeinsam gehen. Das Whitepaper ist eine Einladung an alle, damit im eigenen Kontext weiterzuarbeiten. Das Ziel ist jetzt klar umrissen.
Das Whitepaper "Wege aus der Medienkrise" entstand zusammen mit ERSTE Stiftung, Stiftung Mercator Schweiz, Volkart Stiftung, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, Rudolf Augstein Stiftung, Allianz Foundation, Schöpflin Stiftung und der Stiftung Medienvielfalt Basel.
Ein Gespräch mit der Geschäftsführerin und Co-Gründerin von HateAid
HateAid unterstützt Betroffene digitaler Gewalt und setzt sich politisch dafür ein, dass Rechte im Netz durchgesetzt werden – in Deutschland und Europa. Ende Dezember 2025 verhängte das US-Außenministerium gegen die beiden HateAid-Geschäftsführerinnen Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon ein Einreiseverbot. Ein Versuch der Einschüchterung im Kontext des transatlantischen Konflikts um europäische Plattformregulierung, insbesondere den Digital Services Act.
Im Gespräch mit Publix-Intendantin Maria Exner geht es um die Frage, wie demokratische Gesellschaften ihre digitalen Räume menschen- und demokratiefreundlicher gestalten und vor Manipulation und Hass schützen können, ohne Grundrechte gegeneinander auszuspielen.
Sind wir noch zu retten, Karin Prien? Das Spitzengespräch von Publix und CORRECTIV
Wer heute über die Zukunft der Demokratie spricht, muss hinterfragen, wie wir lernen – von den ersten Lebensjahren bis weit ins Erwachsenenalter. In dieser Sonderausgabe der Reihe "Sind wir noch zu retten?" sprechen Publix-Intendantin Maria Exner und CORRECTIV-Chefredakteur Justus von Daniels mit Karin Prien, Bundesministerin für Bildung und Familie.
Wie kommt die Ministerin mit ihrer Agenda für bessere frühkindliche Bildung und mehr Bildungsgerechtigkeit voran? Und was bedeutet es, Kinder und Jugendliche wirksam vor den Gefahren von Hass, Radikalisierung, Betrug und Pornografie im Netz zu schützen – auch mit Blick auf die Debatte über eine mögliche Altersgrenze für Social Media?
Was bewegt die Menschen in diesem Land wirklich? Welche Sorgen, Hoffnungen und Widersprüche prägen ihren Blick auf Politik, Journalismus und Demokratie? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des bundesweiten Projekts "Volkes.Stimmen", das 2026 in ganz Deutschland Gesprächs- und Veranstaltungsformate umsetzen wird. Journalist:innen kommen mit Bürger:innen ins direkte Gespräch. Das Ziel ist ein offener Gesprächsraum für demokratische Selbstverständigung – jenseits von Empörungslogiken und Lagerdenken.
Beim Auftakt im Publix reagiert Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, auf erste Perspektiven der Bürger:innen. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksenordnet siein aktuelle Debatten ein. Das Gespräch moderiert Helene Bubrowksi, Chefredakteurin von Table.Briefings und Mitinitiatorin von "Volkes.Stimmen".
Krisen im Kontext: Wie Exilmedien Informationen sichern
Wie arbeiten Journalist:innen in einem Umfeld, in dem Medien struktureller Repression ausgesetzt sind – oder es gar kein öffentliches Verständnis für eine unabhängige Presse gibt? An diesem Abend im Publix diskutieren Journalist:innen aus Iran, Syrien und Venezuela darüber, wie aus dem Exil politische Krisen und gesellschaftliche Transformation sichtbar gemacht und kritisch begleitet werden können.
Auf dem Podium: Gabriela Ramirez (Venezuela), Investigativjournalistin u.a. für Unbias The News und Hostwriter; Maryam Mardani (Iran), Journalistin u.a. für Amal, Berlin!; Koumay Al-Muhlem (Syrien), Chefredakteur von Khatt30.com.
Es moderiert Christian Mihr, Geschäftsführer für Politik und Strategie, Reporter Ohne Grenzen. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Aggressiver Internethumor, Deepfakes und KI-generierte Bilder werden längst als Machtinstrumente eingesetzt. Memes produzieren Feindbilder, messen Stimmungen zu Themen und Narrativen und wirken oft scheinbar harmlos, während sie demokratische Debatten weiter polarisieren. Der Kulturtheoretiker Wolfgang Ullrich beschreibt diese Entwicklung zu einer neuen, illiberalen Regierungsform in seinem neuen Buch als "Memokratie". Die Buchpremiere bei Publix wird moderiert von ZEIT-Redakteur Titus Blome.
In jeder Ausgabe unseres Newsletters stellen wir eine Organisation vor, die im Publix-Haus arbeitet. Michael Schulte ist Journalist und Gründer von Klexikon.de, der "Wikipedia für Kinder".
Worin besteht der Kern Deiner Arbeit? Klexikon ist das größte kostenlose Online-Kinderlexikon im deutschsprachigen Raum – verständlich, werbefrei und gemeinnützig verankert. Wir machen Wissen so, dass Kinder es wirklich benutzen können: verständlich schreiben, sauber erklären, redaktionell prüfen, aktuell halten – und Rückmeldungen einarbeiten. Kinder sind dabei gnadenlose Lektor:innen: Wenn etwas unklar ist, sagen sie es sofort.
Was ist das Ziel Deines Engagements? Kinder sollen Antworten finden, die sie weiterbringen – und zwar so, dass sie Lust bekommen, immer weiter zu fragen. Ein wichtiger Teil davon sind unsere mehrwöchigen Workshops: Inzwischen haben wir in über 100 Schulklassen mit Kindern gearbeitet, wie man recherchiert, schreibt und wie freies Wissen im Klexikon entsteht.
Was war Dein größter Erfolg der vergangenen Monate? Dass das Klexikon 2025 trotz KI millionenfach genutzt wurde – und dass Kinder über das Kontaktformular mehrere tausend Nachrichten geschickt haben. Das ist für uns Gold wert. Und außerdem: Es ist schon ein besonderer Moment, wenn der Bundespräsident das Klexikon in einem Schreiben zum zehnjährigen Jubiläum als "qualitativ wertvoll" und "unverzichtbar" bezeichnet. Ein Lieblingserfolg bleibt aber, wenn ein Kind schreibt: "Jetzt hab ich’s verstanden."
Welches publizistische Projekt hat Dich zuletzt am meisten beeindruckt? "Journalismus macht Schule", weil es ganz praktisch zeigt, wie Nachrichtenkompetenz entsteht: Journalist:innen gehen in Schulen, erklären ihre Arbeit, diskutieren über Desinformation, Quellen und aktuelle Themen. Wir sitzen im Publix neben dem Projektteam und profitieren voneinander: Auch wir erleben, wie wichtig und wertvoll Schulen als Partnerinnen sind.
Was sollte man jetzt anhören oder ansehen? Unser Interview mit dem Wikipedia-Erfinder Jimmy Wales : Es ist ein Gespräch übers Klexikon und darüber, warum eine "Wikipedia für Kinder" gar nicht so trivial ist. Wales erzählt auch, dass die Idee schon früh diskutiert wurde und welche Verantwortung damit einhergeht.
Wie steht es um die Pressefreiheit? Das ist nachzulesen auf den 34 Seiten der neuen "Nahaufnahme Deutschland 2026". Seit 2013 erhebt Reporter ohne Grenzen jedes Jahr, unter welchen Bedingungen Journalist:innen ihrer Arbeit nachgehen können. Schwerpunktthemen diesmal sind u.a. Angriffe von Seiten extremistischer Milieus, die Nahost-Berichterstattung, deutsche Medienpolitik, Spionage-Software und die publizistische Macht der Tech-Plattformen.
Nicht nur im Superwahljahr ist Lokal- und Regionaljournalismus gefragt. Vom 16. bis 18. Oktober kommen rund 350 Medienschaffende zur vierten CORRECTIV.Lokal Konferenz in Magdeburg zusammen. Die Konferenz ist ein Raum für offene Gespräche, neue Perspektiven und Vernetzung.
Gerade entsteht das Programm – Workshops, Panels oder andere Formatideen können noch bis zum 1. März eingesandt werden.
Wir wollen unsere Nachbar:innen kennenlernen und treffen Sebastian Berweck, 54, Musiker und Performer für experimentelle zeitgenössische Musik. Er lebt seit 2020 in Neukölln.
Was beschäftigt Dich gerade?
Die vielen Disruptionen auf allen Ebenen, auch die technischen. Die Kriege, die vielen Dinge, die die Gesellschaft auseinanderdrängen. Für mich, der viel mit Technik arbeitet, ist das ein ziemlich großes Thema: wie sich KI breitmacht und einen vielleicht verdrängt.
Wie informierst Du Dich über Neukölln und die Welt?
In Neukölln viel über Newsletter, zum Beispiel den vom Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße, wo man viel darüber erfährt, was im Rollbergviertel passiert. Stadtweit über Tagesspiegel und taz. Und dann halt noch die großen Medien: BBC, CNN, The Guardian. Aber auch viel über Reddit, weil das noch mal eine andere Sichtweise bringt. Als das Internet hochkam, hatte man das Gefühl, da fängt eine Demokratisierung an: Man kann mit Leuten aus der ganzen Welt sprechen. Bei Reddit habe ich wieder dieses Gefühl, dass da Leute aus allen möglichen Gegenden miteinander diskutieren. Natürlich mit den Gefahren der Manipulation, mit denen man heute rechnen muss.
Was ist Dein Lieblingsort in Neukölln?
Ich spaziere am liebsten durch das Viertel. Ich finde es immer noch spannend, wie schnell es sich hier abwechselt; wie man von einer lauten Verkehrsstraße in eine Nebenstraße abbiegt, und auf einmal ist es ganz ruhig. Die vielen Grünflächen, die Thomashöhe, die Friedhöfe entlang der Hermannstraße und hinten der Comenius-Garten – das sind alles so kleine verwunschene Welten, die man nicht erwartet. Das passiert mir in anderen Städten nicht so.
Unterstützen Sie Publix!
Sie kennen jemanden, für den dieser Newsletter interessant sein könnte?
Have you ever tried to nail chocolate mousse to the wall? I have – and with the help of a few very competent supporters, I’ve even had some success. You can read the result in this newsletter.
The media scholar, Stephan Ruß-Mohl, once said that trying to define journalism is like trying to nail chocolate mousse to the wall: the criteria are too soft, the means of presentation too varied.
When the President of the Bundestag, the CDU’s Julia Klöckner, can’t tell the difference between the taz and the pseudo-journalistic opinion portal Nius – on which neither the arguments of opposing sides are represented nor are mistakes ever corrected – then there is an obvious need for some clarification as to what journalism actually is.
Our new white paper “Ways out of the Media Crisis: Common-Good-Oriented Journalism as a Model for the Future” does exactly that. You can read more about it below. In our monthly talk series “Where is the Future?” we explore with our guests how constructive change will look. Come along and get involved!
The media sector, as a pillar of democracy, has become fragile. To repair it, we need a clear definition of its remit. The first Publix white paper provides one.
By Maria Exner, Director of Publix
If a doctor wants to help a patient, she needs to know three things. Two of which are obvious: she needs to be able to diagnose the problem and have promising methods to treat it with. The third point is easy to overlook: she needs to know what a healthy person looks like. What levels are normal? How does a healthy person move? What do they look like? If the definition of “healthy” is missing or poorly formulated, there can be neither accurate test results nor appropriate therapy.
When it comes to the development of the information and media sector, we do not talk about an illness (unless we’re a populist seeking to diagnose society with some “cancer” or other) but about a crisis. The metaphor may be an oversimplification, but it nonetheless helps give you an idea of why I teamed up with the Austrian political scientist and media scholar, Andy Kaltenbrunner, to put together a white paper titled “Ways out of the Media Crisis: Common-Good–Oriented Journalism as a Model for the Future”. The paper offers a concise proposal toward a definition of the term common-good-oriented journalism.
After all, what goals are we’re working towards here at Publix, the new home for journalism and the public sphere? What improvements do we want to make together with those in universities, foundations, think tanks, and NGOs, with those in politics and the media itself, as well as with regular individuals? What improvements should we seek with everyone who is concerned by the targeted manipulation of public opinion, the loss of social participation, the disappearance of local newspapers or at least of local content, the shift to the right, and the fact that problems are no longer presented in the media to find a solution but instead to discredit democracy?
Even for myself, as director of Publix, the goal has not always been completely clear. This is how the white paper – “Ways out of the Media Crisis” – came about. It is the product of close collaboration with eight foundations from Switzerland, Austria, and Germany. With the funding they provide and as partners of the Media Forward Fun, they already make a significant contribution to maintaining media diversity and supporting journalism in its crucial task of providing accessible and educative information.
In interviews with professionals and in light of the current state of media research, one thing has become clear: as a democratic force, journalism should be understood as a choir composed of many voices. Each member acts independently and of their own accord, yet they all hold to a shared and binding code of conduct. (This is not, in the end, so different to the doctor, who is guided by the Hippocratic oath.)
The white paper argues that when a society’s information space and its public debates are made up by a multitude of common-good-oriented media companies, the crisis will have been overcome. From here on in, we can walk that path there together. Our white paper invites everyone to build on it in their own sphere of action. As of now, the goal has been clearly laid out.
The white paper “Ways Out of the Media Crisis” resulted from a collaboration with the ERSTE Foundation, Mercator Foundation Switzerland, the Volkart Foundation, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, the Rudolf Augstein Foundation, Allianz Foundation, the Schöpflin Foundation, and Stiftung Medienvielfalt Basel.
A conversation with the Managing Director and co-founder of HateAid
HateAid supports people affected by digital violence and works politically to ensure that rights are enforced online – in Germany and across Europe. At the end of December 2025, the US Department of State imposed an entry ban on the two HateAid managing directors, Anna-Lena von Hodenberg and Josephine Ballon. The move was widely seen as an attempt at intimidation in the context of the transatlantic conflict over European platform regulation, particularly the Digital Services Act.
In conversation with Publix Director Maria Exner, the discussion focuses on how democratic societies can make their digital spaces more humane and more compatible with democratic values, and how they can protect them from manipulation and hate without playing fundamental rights off against one another.
Where Is the Future, Karin Prien? The flagship conversation hosted by Publix and CORRECTIV
Anyone speaking today about the future of democracy must also address how we learn – from early childhood through to adulthood. In this special edition of the series Where Is the Future?, Publix Director Maria Exner and CORRECTIV Editor-in-Chief Justus von Daniels talk with Karin Prien, Federal Minister for Education and Family Affairs.
How is the Minister progressing with her agenda to improve early childhood education and advance educational equity? And what does it mean to effectively protect children and young people from the risks of hate, radicalisation, fraud and pornography online – particularly in light of the debate about a possible minimum age for social media?
What really moves people in this country? What concerns, hopes and contradictions shape their view of politics, journalism and democracy?
These questions are at the heart of the nationwide project "Volkes.Stimmen", which will implement discussion and event formats across Germany in 2026. Journalists engage in direct conversation with citizens. The aim is an open space for democratic self-understanding – beyond logics of outrage and camp thinking.
At the launch at Publix, Herbert Reul, Interior Minister of North Rhine-Westphalia, responds to initial perspectives from citizens. Media scholar Bernhard Pörksen contextualises them within current debates. The conversation is moderated by Helene Bubrowski, editor-in-chief of Table.Briefings and co-initiator of "Volkes.Stimmen".
Crises in Context: How Exile Media Secure Information
How do journalists work in an environment where media are subject to structural repression—or where there is no public understanding of an independent press at all?
On this evening at Publix, journalists from Iran, Syria and Venezuela discuss how political crises and social transformation can be made visible and critically accompanied from exile.
On the panel: Gabriela Ramirez (Venezuela), investigative journalist for Unbias The News and Hostwriter; Maryam Mardani (Iran), journalist for Amal, Berlin!; Koumay Al-Muhlem (Syria), editor-in-chief of Khatt30.com.
Moderated by Christian Mihr, Managing Director for Politics and Strategy, Reporters Without Borders. The event will be held in English.
Aggressive internet humour, deepfakes and AI-generated images have long been deployed as instruments of power. Memes produce enemy images, gauge moods on topics and narratives and often appear seemingly harmless, whilst they further polarise democratic debates. Cultural theorist Wolfgang Ullrich describes this development towards a new, illiberal form of government in his new book as "memocracy". The book launch at Publix will be moderated by ZEIT editor Titus Blome.
In each edition of our newsletter, we introduce an organisation that works in the Publix building. Michael Schulte is a journalist and founder of Klexikon.de, the "Wikipedia for children".
What is the core of your work? Klexikon is the largest free online children's encyclopaedia in the German-speaking world – comprehensible, ad-free and anchored as a non-profit. We make knowledge so that children can actually use it: write comprehensibly, explain cleanly, check editorially, keep current – and incorporate feedback. Children are merciless editors in this respect: if something is unclear, they say so immediately.
What's your goal?
Children should find answers that help them progress – and in such a way that they want to keep asking questions. An important part of this is our multi-week workshops: we've now worked with children in over 100 school classes on how to research, write and how free knowledge is created in Klexikon.
What was your greatest success of recent months? That Klexikon was used very heavily in 2025 despite AI – and that children sent several thousand messages via the contact form. That's worth gold to us. And besides: it's quite a special moment when the Federal President describes Klexikon in a letter for the 10th anniversary as "of high quality" and "indispensable". But a favourite success remains when a child writes: "Now I've understood it."
Which journalistic project has impressed you most recently? "Journalismus macht Schule", because it shows quite practically how news literacy emerges: journalists go into schools, explain their work, discuss disinformation, sources and current topics. We sit next to the project team at Publix and benefit from one another: we too experience how important and valuable schools are as partners.
What should people listen to or watch right now? Our interview with Wikipedia founder Jimmy Wales: it's a conversation about Klexikon and about why a "Wikipedia for children" isn't actually so trivial. Wales also talks about how the idea was discussed early on and what responsibility comes with it.
How does press freedom stand? This can be read on the 34 pages of the new "Nahaufnahme Deutschland 2026" (Close-Up Germany 2026). Since 2013, Reporters Without Borders has surveyed annually the conditions under which journalists can pursue their work. Key topics this time include attacks from extremist milieus, Middle East reporting, German media policy, spyware and the journalistic power of tech platforms.
Not only in a super election year is local and regional journalism in demand. From 16 to 18 October, around 350 media professionals will gather in Magdeburg for the fourth CORRECTIV.Lokal Conference. The conference is a space for open conversations, new perspectives and networking.
The programme is currently being developed – workshops, panels or other format ideas can still be submitted until 1 March.
We want to get to know our neighbours, and we meet Sebastian Berweck, 54, a musician and performer of experimental contemporary music. He has lived in Neukölln since 2020.
What issue is currently occupying you?
The many disruptions at all levels, including the technical ones. The wars, the many things that are pushing society apart. For me, someone who works a lot with technology, this is quite a major theme: how AI is spreading and perhaps displacing one.
How do you stay informed about what's happening in the world and in Neukölln?
In Neukölln largely through newsletters, for example the one from the Karl-Marx-Straße redevelopment area, where you learn a lot about what's happening in the Rollberg quarter. City-wide through Tagesspiegel and taz. And then the major media: BBC, CNN, The Guardian. But also a lot through Reddit, because that brings a different perspective again. When the internet came along, you had the feeling that democratisation was beginning: you can talk to people from all over the world. With Reddit I get that feeling again, that people from all sorts of places are discussing with one another. Of course with the dangers of manipulation that you have to reckon with today.
What's your favourite place in Neukölln?
I actually prefer walking through Neukölln. I still find it exciting how quickly things change here; how you turn off a loud main road into a side street, and suddenly it's completely quiet. The many green spaces, Thomashöhe, the cemeteries along Hermannstraße and the Comenius Garden at the back—these are all little enchanted worlds you don't expect. That doesn't happen to me in other cities.
Help us grow the community!
Do you know someone who might be interested in this newsletter? Support us and forward this e-mail.